Viele Kundinnen und Kunden glauben, der Preis für einen Haarschnitt sei reiner Gewinn. Diese kurze, klare Übersicht zeigt, welche Kosten, Steuern und Rücklagen in einem durchschnittlichen Haarschnitt stecken — mit konkreten, gerundeten Beispielzahlen für Brandenburg (Orientierungswerte).
Wesentliche Kostenarten (pro Haarschnitt, Beispielrechnung)
- Material (Shampoo, Pflege, Einmalartikel): ca. 1,50–3,00 € (wir rechnen 2,50 €).
- Personalkosten: der größte Posten. Beispiel: Arbeitgeberbruttolohn inkl. Sozialabgaben ~3.000 € pro Mitarbeiter/Monat; bei etwa 150 Haarschnitten/Monat ergibt das rund 20,00 € pro Haarschnitt.
- Miete & Nebenkosten: Ladenmiete + Energie etwa 1.200–1.600 €/Monat; bei 600 Haarschnitten/Monat ~2,00–2,60 € pro Haarschnitt (wir rechnen 2,30 €).
- Abschreibungen (Einrichtung, Geräte): ca. 0,50–1,00 €
- Versicherungen, Telefon, Buchhaltung: ca. 0,25–0,50 €
- Marketing, Fortbildung, Rücklagen für Reparaturen/Investitionen: ca. 0,50–1,00 €
- Kartenzahlungsgebühren: circa 1–2 % des Umsatzes → bei 40 € Preis etwa 0,60 €
- Handwerkskammer, Berufsgenossenschaft, Gewerbesteuer-Vorauszahlungen (anteilig): ca. 0,20–0,60 €
- Umsatzsteuer (19 %): wird auf den Bruttoverkauf gerechnet, bei einem Bruttopreis von 40 € sind das etwa 6,39 € (19/119). Diese Umsatzsteuer wird zwar kassiert, aber an das Finanzamt abgeführt; sie gehört nicht zum Erlös des Salons.
Konkret-Beispiel (Bruttopreis Haarschnitt = 40,00 €)
- Umsatzsteuer (19 %): 6,39 € → Nettoumsatz: 33,61 €
- Material: 2,50 €
- Personalkosten (anteilig): 20,00 €
- Miete & Nebenkosten: 2,30 €
- Abschreibung, Versicherungen, Büro: 1,00 €
- Marketing/Rücklagen: 0,75 €
- Kartengebühren: 0,60 €
- Kammer/sonst. Abgaben: 0,25 €
Summe Kosten (ohne Einkommensteuer, ohne Gewinnentnahme): 27,40 €
Verfügbarer Überschuss vor Einkommen-/Gewerbesteuer: 33,61 € − 27,40 € = 6,21 €
Was bleibt unterm Strich? Von den 40 € Bruttopreis sind nach Abzug der Umsatzsteuer und aller laufenden Kosten im Beispiel noch rund 6 € übrig — daraus müssen der Inhaber seine eigene Arbeit bezahlen (sofern nicht als Angestellter geführt), Einkommensteuer, Gewerbesteuer und persönliche Altersvorsorge, Urlaub und Krankheit sowie Investitionsrücklagen bestritten werden. Nach diesen Abzügen bleibt oft nur ein sehr kleines Reingewinn‑Fenster.
Fazit: Ein scheinbar hoher Preis heißt nicht automatisch hoher Gewinn. Personal- und Fixkosten sowie Steuerabgaben reduzieren den Betrag, der dem Inhaber tatsächlich bleibt. Für realistische Preise sollten Salons ihre eigenen Zahlen (Stundenleistung, Miete, Löhne) durchrechnen und Rücklagen für Steuern und Investitionen einplanen.








